Godehard Joppich

ist Leiter der Frankfurter Choralschola. Er lehrte Gregorianik und gregorianische Semiologie an den Hochschulen München, Essen, Frankfurt/Main, Hannover, Weimar, Wien und Triest und war rund 20 Jahre Erster Kantor in der Benediktinerabtei Münsterschwarzach. Er gilt als einer der bedeutendsten Erforscher und Interpreten des Gregorianischen Chorals.

In hunderten von Veranstaltungen im kirchlichen und außerkirchlichen Bereich vermittelte er in den 70er Jahren im deutschsprachigen Raum Grundkenntnisse auf dem Gebiet der gregorianischen Semiologie und legte damit wesentlich das Fundament für ein an den Quellen des Gregorianischen Chorals, den Handschriften des 10. Jahrhunderts, ausgerichtetes Verständnis der Gesänge.

Erstveröffentlichung von E. Cardines Graduel Neume im Umfang von 10 Exemplaren mittels Fototechnik (Fotografie, Entwicklung, Papierabzüge) im Jahre 1960, zusammen mit P. Joachim Angerer OPräm.

Gründer der Arbeitsgruppe “Restitution der Melodien im Gregorianischen Choral” und deren Leiter bis 1996

Herausgabe der Monumenta Paläographica Gregoriana, Band I bis IV

Zusammen mit P. Rupert Fischer OSB (†) Verfasser des Lehrbuchs der Gregorianischen Semiologie, eine Zusammenfassung der Vorlesungen von E. Cardine/Rom, dem Begründer der Semiologie. Es wurde inzwischen in zwölf Sprachen übersetzt.

1984 bis 1989 Leiter der von der Folkwang-Hochschule Essen verantworteten Sommerkurse und Dozentenseminare für Paläographie und Semiologie, aus denen sich eine bis heute bestehende Gruppe jährlich zum Zweck der Fortbildung mit Godehard Joppich trifft. Seine jeweils aktuellen Forschungsergebnisse werden dabei zur Kenntnis gebracht

Konzertexkursionen nach Krakau, Prag, Wien Budapest, Cremona, St. Gallen, Köln und Weingarten im Rahmen der Unterrichtstätigkeit mit den Studenten der Kirchenmusikabteilung der Folkwang-Hochschule Essen

Neben der Lehrtätigkeit an den Hochschulen unzählige Fortbildungsveranstaltungen bei kirchlichen und außerkirchlichen Bildungsträgern. Dazu zählen unter vielen anderen die regelmäßig stattfindenden Fortbildungsveranstaltungen im Auftrag des Kultusministeriums München für Musiklehrer an bayrischen Gymnasien, die jährlichen Internationalen Schulmusikwochen Leo Rinderer in Salzburg, die sog. Kreuzlinger Gregorianikkurse und – vor dem Mauerfall – die Weiterbildung der Kirchenmusiker der ehemaligen DDR in Berlin/Pappelallee im Rahmen der Werkgemeinschaft Lied und Musik e.V.

1977 bis 1992 Mitglied der Jury des Internationalen Chorwettbewerbs in Arezzo/Italien

1991 bis 2001 ständiger Gast als Berater im Musikausschuss der Lutherischen Liturgischen Konferenz Deutschlands.

1978 bis 1996 Mitglied des Arbeitskreises Musik im Gottesdienst (AMiG) der Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz.

1980 bis 1984 Kurse für die Internationale Gesellschaft für Studien des Gregorianischen Chorals in Cremona/Italien, die dort ihren Sitz hat.

Mitwirkung als Dozent bei der Sommerakademie der Studienstiftung des Deutschen Volkes in den Jahren 1992, 1995, 1998 und 2000.

1997 bis 2000 einwöchige Semiologiekurse in Arenzano/Genua.

Veröffentlichungen zum Thema Semiologie

Initiator der Fachzeitschrift “Beiträge zur Gregorianik” zusammen mit Dr. Franz A. Stein.

Zahlreiche Gregorianikkonzerte in Deutschland, Italien, Frankreich, Schweiz und Luxemburg in Zusammenarbeit mit dem Vokalensemble “Die Singphoniker”/München und dem Rezitator Gerd Westphal in der Zeit von 1993 bis 2002.

Zahlreiche Schallplatten- und CD-Aufnahmen, davon 19 mit Gesängen des lateinischen Gregorianischen Chorals, unter anderem auch in Japan.

Zusammen mit P. Rhabanus Erbacher OSB Verfasser des Benediktinischen Antiphonale von Münsterschwarzach und des Antiphonale zum Stundengebet für den deutschsprachigen Raum der Liturgischen Institute Trier, Zürich und Salzburg.

Verfasser der Melodien der Stundengebetsantiphonen des Evangelischen Tagzeitenbuches der Evangelischen Michaelsbruderschaft und der Antiphonen und Responsorien des Propriums des Theresianischen Karmel.

Zusammen mit Christa Reich und Johannes Sell herausgabe des Münsterschwarzacher Psalters und der Münsterschwarzacher Cantica in responsorialer Psalmodie (Preisungen – Psalmen mit Antwortrufen, Cantica – Biblische Gesänge mit Antwortrufen).

Frankfurter Choralschola